DREI LÖWEN,
ZWEI JURYSITZUNGEN,
EIN PREIS.

Die Preisträger:

Die Preisträger 2012

Sonderpreis für Kleinstunternehmen

Weitere Preisträger

Als die späteren Gründer des Yaez Verlags – Janos Burghardt, Simon Keller und Michael Hartung – 2003 ihre erste Schülerzeitung entwickelten, hatten sie noch keine wirtschaftlichen Ambitionen. Sie wollten einfach nur selbst Medien produzieren. Doch spätestens seit 2008 hat sich das ehemalige Schülertrio mit der Gründung des Yaez Verlags zu einem erfolgreichen, auf Jugendkommunikation spezialisierten Dienstleister gemausert. Heute beschäftigt der Verlag 14 Mitarbeiter und gibt unter anderem die Jugendzeitung YAEZ mit einer Auflage von 375.000 Exemplaren heraus. Die meisten Projekte bestehen aus einem Medien-Mix, beispielsweise wird eine Zeitschrift von einem Facebook-Auftritt und Video-Clips begleitet. Einen großen Teil ihres Umsatzes erzielen die Gründer durch Anzeigen, mit denen Unternehmen Auszubildende suchen. „Unseren Erfolg“, so Burghardt, „sichert aber vor allem die hohe Qualität des redaktionellen Angebots.“ Nur auf diese Weise kann gewährleistet werden, dass die Produkte von den Verantwortlichen in den Schulen positiv angenommen und zur Verteilung freigegeben werden. Zur Akzeptanz verhelfen auch Projekte wie zum Beispiel der in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium Baden-Württemberg entwickelte Lehrerordner Börsenwissen, der kostenlos für den Einsatz im Unterricht abgegeben wird. Zusätzlich hat sich der Yaez Verlag als Dienstleister im Bereich der Jugendkommunikation positioniert und hilft Unternehmen wie zum Beispiel Bosch und Daimler, mit modernen Medien den Kontakt zu Jugendlichen aufzubauen und zu halten.

„Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“, lautet ein bekanntes Sprichwort. Vor allem Frischluftfans, etwa Bergwanderer oder Radfahrer, sind auf passendes Outfit bei ihren Aktivitäten angewiesen. Die 2009 innerhalb der Familie an Antje von Dewitz übergebene VAUDE Sport GmbH & Co. KG aus Tettnang produziert und vertreibt Outdoor-Bekleidung und -Ausrüstung. Der besondere Anspruch des Unternehmens: Die Produkte sollen funktional und, so weit möglich, ökologisch verträglich sein, um die Natur zu erhalten. Oder mit den Worten der 40-jährigen Unternehmerin: „Es geht um eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie, die alle Bereiche im Unternehmen einbezieht. So konnten wir auch erreichen, dass wir seit diesem Jahr an unserem Firmenstandort klimaneutral sind.“ Viele Produkte sind mit der unternehmenseigenen Greenshape-Garantie für Umweltfreundlichkeit zertifiziert, das heißt sie bestehen aus nachhaltigen Materialien und sind ressourcenschonend hergestellt. Ein Prozent des damit erzielten Umsatzes geht an den WWF Deutschland. Vaude übernimmt darüber hinaus Verantwortung für die Region: So verhinderte es etwa die Schließung des Freibades Obereisenbach, indem es selbst Pächter wurde, die Attraktivität des Bades steigerte und durch die höheren Besucherzahlen die Gesamtkosten senken konnte. Das Nachhaltigkeitskonzept von VAUDE ist aber nicht nur für Menschen und Umwelt gut – es bewährt sich auch am Markt. 2011 war das bisher erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte.

Wenn Oberflächen aus Metall, Kunststoff und Glas beschichtet oder beklebt werden sollen oder besonders rein sein müssen, ist eine komplizierte Vorbehandlung notwendig. Die plasma technology GmbH aus Herrenberg-Gültstein nutzt dafür ionisiertes Gas, so genanntes Plasma. Damit werden zum Beispiel die Metalloberflächen gereinigt, die in Medizingeräten zum Einsatz kommen, oder Karosserien für die Lackierung vorbehandelt. Diese Dienstleistung bietet die 2008 von Jeanette und Jörg Daniel Eisenlohr gegründete plasma technology mittels Verfahren aus der Niederdruck-Plasmatechnik und Oberflächentechnik an. „Manche Kunden haben es besonders eilig und erwarten Entwicklungszeiten von 14 Tagen“, so Eisenlohr. „Da geht es dann bei uns manchmal etwas hektisch zu.“ Zu den sozialen Aktivitäten des Unternehmens gehört die Teilnahme an der Rottenburger Initiative Unter Bürgern, die sich zum Beispiel für eine bessere Ausstattung von Schulen einsetzt oder junge Frauen für technische Berufe begeistert. Auch an den Umweltschutz denken die Eisenlohrs: „Um lange, ökologisch unsinnige Fahrtzeiten zu vermeiden und unsere Region zu unterstützen, haben die meisten unserer Zulieferer ihren Sitz im direkten Umkreis unseres Unternehmens.“

Jahrzehntelang befand sich die Ölmühle Illingen im Dornröschenschlaf, ihr drohte wie so vielen anderen Mühlen in Deutschland der Verfall. Erst als Ulrich und Helga Krauth sie 2002 unter Erhaltung der gesamten Originaleinrichtung von 1904 restaurierten, konnte nach fast 40 Jahren wieder auf traditionelle Weise kaltgepresstes Öl hergestellt werden. 2010 übernahm der Gesundheitswissenschaftler Jürgen Krauth die Mühle von seinen Eltern und produziert seitdem in den geschichtsträchtigen Räumlichkeiten als eine echte regionale Delikatesse hochwertiges Walnusskernöl. Inzwischen floriert der Betrieb und die traditionelle Lohnpressung wie eh und je: Privatkunden liefern ihre Walnusskerne an und lassen diese zu ihrem eigenen Öl verarbeiten. „Wir garantieren jedem Kunden, dass seine Nusskerne separat gepresst werden“, erläutert der erfolgreiche Übernehmer. „Die Anlieferung, die Pressung und die Entgegennahme des abgefüllten Öls ist für viele Kunden ein sehr emotionales Erlebnis.“ Die Nachfrage ist mittlerweile so groß, dass Interessenten ein halbes Jahr auf ihren Presstermin warten müssen. Daneben produziert Krauth weitere Speiseöle zum Beispiel aus Mohn- und Leinsaat, die Rohstoffe liefert ein Bio-Landwirt aus der Nähe von Illingen. Für die Gewinnung dieser Öle wurde ein neuer Produktionsbereich mit einer Schneckenpresse eingerichtet – Tradition und Moderne geben sich in dem Illinger Betrieb also die Hand. Schon heute, zwei Jahre nach der Übernahme, hat sich das Konzept als lukrativ und ausbaufähig erwiesen. Vier Arbeitsplätze sind bisher entstanden. Systematisch betreibt Krauth die Erweiterung des Unternehmens: „Der Ausbau unserer Besucher- und Verkaufsräume wird noch in diesem Jahr fertig gestellt.„

„Die Veranstaltung wird von einem Magic Sky Schirmsystem überdacht.“ Dieser Hinweis bei Veranstaltungen wie dem Kirchentag, der deutschen Tourenwagenmeisterschaft oder der Tour de Ländle des SWR zeigt den Besuchern, dass das Event auf keinen Fall ins Wasser fallen wird. Entwickelt, produziert, vermietet und verkauft werden die Leichtbau-Membranschirme von der 2002 von Georg Chatzakos gegründeten Magic Sky Schirmsysteme GmbH aus Esslingen. Das Besondere daran: Die Schirme schützen so gut wie ein Zelt, erhalten aber den Freiluftcharakter der Veranstaltung. Insgesamt können bis zu 2.500 Menschen unter den über 1.000 Quadratmeter großen Schirmen Schutz finden – und das bei einer Aufbauzeit von nur fünf Stunden. „Leicht, schnell und gleichzeitig sicher ist die Kombination, die bei unseren Kunden gut ankommt“, erläutert der aus Griechenland stammende Gründer. Bei der Entwicklung hat er sich Unterstützung von der Technischen Universität Stuttgart sowie dem TÜV Südwest geholt, um die überdimensionalen Schirme mit einem Durchmesser von bis zu bis 36 Metern genehmigungsfähig zu gestalten. Die Umsätze in den letzten fünf Jahren zeigen ein starkes und kontinuierliches Wachstum. Bemerkenswert ist auch die schnelle Internationalisierung des Unternehmens, das mit seinen Vertriebspartnern schon in zwölf Ländern präsent ist. Die Mitarbeiter in der Entwicklung suchen derzeit nach Wegen, wie die Schirme mit noch weniger Material, noch haltbarer und umweltverträglicher produziert und entsorgt werden können. Wie die weitere Unternehmensentwicklung verlaufen wird? „Nur der Himmel ist unser Limit!“, scherzt Chatzakos zuversichtlich.

Die 2008 gegründete IONYS bringt Wissenschaftler aus der Bauchemie, Bauingenieure, Geschäftsentwickler und Frühphaseninvestoren an einen Tisch. Das Ziel:  die gemeinsame Entwicklung neuartiger Baustoffe, die leistungsfähiger,  umweltfreundlicher und deutlich wirtschaftlicher sein sollen als  herkömmliche Werkstoffe. Ein Beispiel für eine Innovation von IONYS  ist ein Gel zur Tiefenhydrophobierung, das auf Stahlbetonflächen  aufgebracht wird und die Lebensdauer von Brücken und Gebäuden erheblich  verlängert. „Wenn durch unsere Werkstoffe Bauwerke deutlich länger  genutzt werden können, erfüllen wir damit auch den Anspruch auf  Nachhaltigkeit“, so Prof. Dr. Andreas Gerdes, einer der Gründer des Unternehmens. Gleichzeitig wird  dadurch der finanzielle Spielraum der meist öffentlichen Auftraggeber  deutlich erhöht. Das Konzept ist bis heute einzigartig und  funktioniert vor allem auch deshalb, weil der Standort im Karlsruher  Institut für Technologie alle notwendigen Ressourcen bietet: die unmittelbare Nähe zur  Spitzenforschung, die erforderliche Infrastruktur sowie  hochqualifizierte Absolventen, die als Mitarbeiter gewonnen werden  können. „Im Umfeld des KIT entstehen Spitzenleistungen, weil hier ein Rad ins andere greift und  das jeweils benötigte Know-how immer nur wenige Schritte entfernt ist“,  so Gerdes. Um Studenten frühzeitig an das Unternehmen heranzuführen,  werden Themen für Bachelor- und Masterarbeiten sowie für Dissertationen  angeboten. Nicht nur für sein Unternehmen ist ihm diese Nachwuchsarbeit  wichtig: „Unser Land braucht diese Talente, sie müssen deshalb eine  attraktive  berufliche Perspektive erhalten.“