SDN Präzisionstechnik GmbH

SDN: „Was in Deutschland gehalten werden kann, soll auch hier bleiben.“

Präzision ist das Herzstück dieses Unternehmens: Die federnden Druckstücke und Rastbolzen, die SDN Präzisionstechnik herstellt, müssen extrem exakt gearbeitet sein. Nur dann können sie in Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt oder im Automobil-bereich zuverlässig eingesetzt werden. Oder einfacher ausgedrückt: „Überall, wo es klickt und klackt und etwas einrastet, ist ein federndes Druckstück drin“, erklärt Alexander Buschle, Inhaber des Denkinger Unternehmens.

Entschleunigt und menschlich

Damit Präzision und Qualität stimmen, braucht es Menschen, die fehlerfreies Arbeiten als positive Herausforderung sehen. Alexander Buschle fand diese nicht nur auf dem freien Arbeitsmarkt, sondern auch bei der Lebenshilfe Rottweil: SDN startete mit zwei Menschen mit geistiger Behinderung als Mitarbeiter, betreut von einer Fachkraft der Lebenshilfe. „Wir alle waren überrascht, wie leistungsfähig und engagiert die Neuen arbeiten. Mittlerweile sind fünf der 25 Mitarbeiter Menschen mit geistiger Behinderung“, sagt Buschle stolz. „Und die Arbeitsweise hat sich bei uns sehr entschleunigt, denn mit Hektik können sie ganz schlecht umgehen.“ Zwischen behinderten und nichtbehinderten Mitarbeitern bestehen heute enge Bindungen, ein menschliches Betriebsklima ist entstanden.

Krisen und Kosten

Alexander Buschle, der Gutmensch? Der 44-Jährige winkt ab, denn auch er unterliege den Gesetzen des Marktes. Das musste er nach der Übernahme im Jahr 2007 rasch erfahren. Zuvor hatte er fünf Monate lang in der Firma gearbeitet, anschließend das operative Geschäft für fünf Jahre gepachtet und erst dann endgültig übernommen. „Ich dachte, ich wäre für alle Wechselfälle des Unternehmerdaseins gewappnet, zumal ich vorher als leitender Angestellter viel Erfahrung gesammelt hatte.“ Doch 2008/2009 kam die globale Krise – und er hatte Glück, dass einige Angestellte das Rentenalter erreichten und er schrumpfen konnte. Vielleicht hätte er sonst keine andere Wahl gehabt, als Mitarbeiter zu entlassen. Obwohl es nach dem Krisenjahr schnell aufwärts ging, blieb er vorsichtig. Den Eigenfertigungsanteil begrenzte er auf 60 Prozent, der Rest wird zugekauft. So ist eine Grundauslastung im Zweischichtbetrieb immer möglich, durch den Zukauf werden Nachfrageschwankungen angepasst. Auch das Engagement für Menschen mit geistigen Behinderungen entstand aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen: Der Ausschuss in der Montage hatte zwischen neun und elf Prozent betragen. „Das ist in einer Kalkulation schwer unterzubringen“, erläutert Alexander Buschle. Sogar eine Auslagerung der Montage nach Osteuropa stand im Raum. „Doch was in Deutschland gehalten werden kann“, ist er überzeugt, „soll auch hier bleiben.“ Gemeinsam senkten die SDN-Mitarbeiter den Ausschuss auf unter ein Prozent, ein großartiger Erfolg des gesamten Teams.

Zukunftsperspektiven

Auf seine Visionen befragt, nennt er ein betriebswirtschaftliches Ziel: „Mit den Weltmarktführern mitschwimmen“ möchte er. Und dann verrät er noch ein weiteres Anliegen: „Vielleicht schaffen wir es eines Tages, eine Integrationsfirma zu gründen, in der 50 Prozent der Mitarbeiter Menschen mit geistiger Behinderung sind.“ Ein Vorbild will er nicht sein, aber er fände es toll, wenn sich andere Unternehmer ebenso engagieren würden: „Früher gab es in jedem Unternehmen einige schwächere Mitarbeiter mit einfacheren Aufgaben, das war ganz normal und akzeptiert. Diese Arbeitsplätze sind heute wegrationalisiert.“ Seine Überzeugung: „Menschen mit Behinderungen tun uns gut.“

Weitere Bilder der Preisträger und der Preisverleihung finden sie im Bereich Presse

Kontaktadresse

SDN Präzisionstechnik GmbH
Siemensstraße 2
78588 Denkingen

Tel. 07424 9820-0
www.sdn-tec.de