06.06.2014|Stuttgart

Landespreis für junge Unternehmen: Die Nominierten stehen fest

Spannende Auswahl – Jury sucht erfolgreiche und engagierte Betriebe aus Baden-Württemberg

390 Kandidaten haben sich in diesem Jahr um den baden-württembergischen Landespreis für junge Unternehmen beworben. 20 von ihnen wurden jetzt für die zweijährlich vom Land und von der L-Bank vergebene Auszeichnung nominiert. Schon die ersten Runden, in denen die Einreichungen auf Herz und Nieren geprüft wurden, zeigten die Vielfalt der Gründer und Übernehmer im Südwesten.

Dazu gehören auf der einen Seite Software-Schmieden oder High-Tech-Firmen aus der Medizin- oder Biotechnologie wie auf der anderen Werkzeug- und Maschinenbauer oder Unternehmen aus Handel und Dienstleistung. Teilnehmende Betriebe aus der Kreativwirtschaft wie aus den Branchen Freizeit oder Gesundheit, darunter Kochschulen oder Arztpraxen, spiegeln die sich wandelnden gesellschaftlichen Entwicklungen auch beim Landespreis für junge Unternehmen wider.

Die nominierten Unternehmer zeichnen sich nicht nur durch außergewöhnliche Geschäftsideen, wirtschaftlichen Erfolg und die Schaffung neuer Arbeitsplätze aus. Ihnen gelingt es gleichzeitig, mit spannenden Konzepten nachhaltig ökologische wie auch soziale Akzente zu setzen.

Im Sommer werden die Kandidaten sich und ihre Betriebe vor einer Jury präsentieren. Diese besteht aus Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Politik, darunter auch die Staatsrätin Gisela Erler und Peter Hofelich, Mittelstandsbeauftragter der Landesregierung.

Die herausragenden Unternehmer werden am 19. November 2014 in einer feierlichen Preisverleihung durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann und den Vorsitzenden des Vorstands der L-Bank im Neuen Schloss in Stuttgart geehrt. Dabei warten insgesamt 100.000 Euro an Geldpreisen auf die drei erstplatzierten Preisträger und den Gewinner des Zusatzpreises für Kleinunternehmen.

Hintergrund

Der Landespreis für junge Unternehmen wird 2014 bereits zum zehnten Mal vom Land und von der L-Bank vergeben. Er gehört zu den höchst dotierten und teilnehmerstärksten Unternehmerpreisen in Deutschland. Die Auszeichnung unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann rückt die Leistungsstärke und Kreativität junger baden-württembergischer Unternehmer, aber auch deren gesellschaftliches und ökologisches Engagement in den Mittelpunkt. Die Unternehmer auf den ersten drei Plätzen sowie der Zusatzpreis für Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern werden als Landespreisträger ausgezeichnet. Der Erstplatzierte erhält ein Preisgeld von 40.000 Euro, der Zweitplatzierte von 30.000 Euro, der Drittplatzierte sowie der Zusatzpreis erhalten jeweils 15.000 Euro. Teilnahmeberechtigt waren Firmen, die 2003 oder später gegründet oder übernommen worden sind.

Weitere Informationen und Pressefotos finden Sie unter www.landespreis-bw.de/pressefotos
Twitter-Hashtag: #Landespreis

Ihre Ansprechpartner bei der L-Bank:
Cordula Bräuninger, Tel. 0721 150-1259, cordula.braeuninger@l-bank.de
Detlef Grabowski, Tel. 0721 150-1333, detlef.grabowski@l-bank.de

Ihr Ansprechpartner im Staatsministerium:
Christoph Neethen, Tel. 0711 2153-310, christoph.neethen@stm.bwl.de

Die nominierten Unternehmen im Überblick (in alphabetischer Reihenfolge):

Kurzvorstellung der Unternehmen (alphabetische Reihenfolge):

Ambulantes Therapiezentrum Hämatologie / Onkologie, Offenburg

Kranke Menschen werden häufig von mehreren Ärzten aus unterschiedlichen Fachbereichen und Einrichtungen betreut – und leiden in vielen Fällen unter den dadurch entstehenden Wegen und Informationsverlusten. 2005 von den beiden Medizinern Marianne Müller und Bernhard Linz gegründet, bietet das Ambulante Therapiezentrum Hämatologie / Onkologie mit seinen 20 Mitarbeitern deshalb nicht nur die ambulante Versorgung von Patienten. Das Unternehmen vernetzt darüber hinaus alle beteiligten medizinischen Dienstleister, etwa durch regelmäßige Tumorkonferenzen und eine enge Zusammenarbeit mit dem Ortenau-Klinikum in Offenburg. Das häufig als „Offenburger Modell“ bezeichnete Ergebnis: Diagnostik wie auch Behandlung verbessern sich und die Patienten können vom vertrauten Arzt intensiv und wohnortnah betreut werden.

BioFluidix GmbH, Freiburg

Wie teilt man einen Liter Flüssigkeit in bis zu eine Milliarde Portionen auf? Die Antwort gibt der Freiburger Peter Koltay: Durch ausgefeilte Techniken, mittels derer sich Mikrotröpfchen, Flüssigkeitsstrahlen oder Sprühnebel erzeugen lassen. Für einige der Verfahren, die unter anderem in automatisierten Laboren und produzierenden Unternehmen zum Einsatz kommen, hat der Physiker Patente angemeldet. Im Jahr 2005 gründete er aus der Universität Freiburg heraus die BioFluidix GmbH und entwickelt mit zwölf Mitarbeitern hochleistungsfähige Dosier-systeme. Heute tragen die modernsten Pipettiertechnik-Entwicklungen von BioFluidix in vielen Anwendungen zu einer effizienten und umweltschonenden Verwendung der eingesetzten Flüssigkeiten in Laboren und im Maschinenbau bei. 

CeGaT GmbH, Tübingen

Bei vielen Krankheiten wie Tumorerkrankungen oder Epilepsie rückt zunehmend die Frage in den Vordergrund, ob es dafür nicht auch genetische Ursachen gibt. Die Antwort darauf geben die Spezialisten der CeGaT GmbH in Tübingen: Durch die verwendete Sequenziertechnik steigt die Aufklärungsquote gegenüber herkömmlichen Verfahren von zehn auf 70 Prozent. Dadurch werden zielgenauere Behandlungen und Therapien möglich. Gleichzeitig sinken die Behandlungskosten erheblich. Mittlerweile 70 Mitarbeiter suchen im Unternehmen, das 2009 im Technologiepark Reutlingen gegründet wurde, nach genetischen Ursachen von Krankheiten. Die Gründer Saskia und Dirk Biskup sehen ihren Erfolg in der genetischen Diagnostik auch als Verpflichtung: Mehreren Patienten und deren Familien haben die Fachärztin für Humangenetik und der promovierte Diplom-Kaufmann die Leistungen bereits kostenlos zur Verfügung gestellt. Mit einer Initiative setzen sie sich dafür ein, dies noch mehr Menschen zu ermöglichen.

E+K Sortierungssysteme GmbH, Kirchberg/Jagst

Ein System, so die Überlegung der Gründer von E+K Sortiersysteme GmbH in Kirchberg / Jagst, ist mehr als die Summe seiner Teile. Der Wirtschaftsingenieur Uwe Herold kombiniert deshalb Standard-komponenten für die Sortierung und Bevorratung von Pharmaprodukten zu individuell angepassten Zuführsystemen. Für jeden Kunden wird auf diese Weise eine individuelle und für ihn wirtschaftlichste Lösung gefunden. Mit Erfolg: Heute arbeiten mehr als 70 Mitarbeiter für das Kirchberger Unternehmen. Für Firmenchef Herold ist neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch die soziale Nachhaltigkeit wichtig: Er engagiert sich in der Ausbildung von Fachkräften, beteiligt die Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens, bietet Lebensarbeitszeitkonten und sichert Arbeitsplätze durch eine möglichst hohe Fertigungstiefe im eigenen Betrieb.

Fauna Marin GmbH, Holzgerlingen

Im Meer werden gesunde Korallenriffe durch Umweltzerstörung und Raubbau bedroht. Gleichzeitig sind Korallen sehr beliebt, um damit das Aquarium zu Hause oder im Büro zu schmücken. In diesem Spannungsfeld hat sich die Fauna Marin GmbH in Holzgerlingen positioniert. Inhaber Claude Schuhmacher, der das Unternehmen im Jahr 2004 übernommen hat, bietet Wasseraufbereitungs- und Beleuchtungssysteme sowie spezielle Nährstoffe und Futtermittel für die Züchtung von Korallen an. Darüber hinaus züchtet und verkauft Fauna Marin Korallen und beteiligt sich an Forschungsprojekten, die neue Wege der Korallenzucht aufzeigen sollen. Es liegt nahe, dass Claude Schuhmacher eine Vision hat, nämlich wilde und ökologisch wertvolle Korallen zu erhalten. Zusammen mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ entwickelt er Ideen, wie Fischer in Asien Korallen züchten und sich so ein nachhaltiges Einkommen sichern können. Dadurch bleiben die natürlichen Riffe verschont.

flow-med GmbH, Sindelfingen

Den Alltag von Menschen mit Hörgeräten zu vereinfachen und auch ein wenig zu verschönern: Das ist die Geschäftsidee von Frank und Meiko Panitzsch, mit der sich die beiden Ingenieure 2010 in Sindelfingen selbstständig machten. Ihre Überlegung ging davon aus, dass Hörgeräte heutzutage mit hochwertiger und empfindlicher Elektronik ausgestattet sind und deshalb regelmäßig gereinigt und getrocknet werden müssen. Dies kostet die Träger Zeit und ist lästig. Vater und Sohn entwickeln kleine elektronische Boxen, die auf Knopfdruck die Pflege der Hörgeräte – zum Beispiel durch Ultraschall und UV-Licht – übernehmen. Damit wird nicht nur die Lebensdauer der Produkte deutlich verlängert, sondern auch das Infektionsrisiko der Träger entscheidend gesenkt. Die Entwicklung der Prototypen erfolgt vollständig am Computer, wobei die beiden auf formschönes Design als Alleinstellungsmerkmal achten. Die Produktion und Lieferung der Boxen organisiert flow-med mit internationalen Partnerunternehmen.

GreenIng GmbH & Co. KG, Leutenbach

Eines der zentralen Themen der Energiewende ist die Herausforderung, Mobilität nachhaltig zu gestalten. Uwe Kehn und seine Frau Petra konzentrieren sich mit ihrem 2010 in Leutenbach im Rems-Murr-Kreis gegründeten Unternehmen GreenIng GmbH & Co. KG auf die Energieeffizienz: Wie können herkömmliche Verbrennungsmotoren verbessert und neue elektrische Antriebssysteme entwickelt werden? Und wo kann durch neue Materialien im Leichtbauverfahren Gewicht gespart werden, um den Energieverbrauch zu senken? Mit den zwölf Mitarbeitern verstehen sich der promovierte Ingenieur und die Großhandelskauffrau als „Ideenschmiede für Mobilität“ und bieten in Kooperationen mit Hochschulen Ingenieurleistungen, Grundlagen-entwicklung und Beratung an. Die beiden sehen das nicht nur als Beitrag zum Umweltschutz. Für das Unternehmer-Paar ist es auch soziales Engagement, eine für alle Gesellschaftsschichten verfügbare und nachhaltige Mobilität anzustreben.

Ilzhöfers Event-Kochschule, Esslingen

Zuhause kochen die Bundesbürger zwar immer weniger, aber offenbar sind sie, so lassen die zahllosen TV-Kochshows vermuten, umso mehr am Zuschauen und Lernen interessiert. Einer der Trendsetter in der Szene ist Jörg Ilzhöfer. Der Koch und Betriebswert lädt mit seiner Event-Kochschule seit 2010 am Hafenmarkt in Esslingen zum Abend- und Mittagessen ein, gibt dort Kochkurse und zeigt auch am heimischen Herd, wie man Gästen etwas Besonderes bieten kann. Dabei garantiert er nicht nur für gutes Essen, sondern zugleich für eine unterhaltsame und lehrreiche Show. Auch die Menschen, für die Essen kein Event, sondern eine tägliche Herausforderung ist, vergisst der gebürtige Esslinger nicht und veranstaltet unter anderem Benefizessen für bedürftige Menschen.

IOLITEC Ionic Liquids Technologies GmbH, Heilbronn

Der Weg zu ihren Kunden führt die Gründer der IOLITEC GmbH aus Heilbronn über die Entwicklungsabteilungen großer Unternehmen: Dort arbeiten die Ansprechpartner, mit denen der promovierte Chemiker Thomas Schubert und sein Team den Einsatz ionischer Flüssigkeiten für Produktionsprozesse entwickeln. Typische Anwendungen sind der Transport und die Speicherung elektrischer Energie, die Verbesserung von Displays oder auch die Optimierung von Hochleistungs-schmierstoffen. So kommen die ionischen Flüssigkeiten unter anderem bei E-Book-Readern zum Einsatz und sorgen für mehr Helligkeit auf den Bildschirmen. Das besondere Know-how des 2003 gegründeten Unternehmens liegt in der Fähigkeit, die Substanzen in einer sehr hohen Qualität und zugleich umweltschonend herzustellen. Hierfür wurde dem Unternehmen der renommierte Profiles in Sustainability Award 2010 verliehen. Insgesamt finden 22 Mitarbeiter, davon acht promovierte Chemiker und vier Auszubildende, einen Arbeitsplatz bei IOLITEC.

JaFo GmbH, Plüderhausen bei Schorndorf

Ein gesunder Wald ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer intensiven Betreuung. Genau diese bietet Benny Barth mit seiner 2011 gegründeten JaFo GmbH in Plüderhausen kommunalen und privaten Waldbesitzern an. Sein Konzept waldwirtschaftlicher Dienstleistungen ist innovativ: Es umfasst die Vorbereitung, Durchführung und Vermarktung der Holzernte sowie die Pflege des Waldes. Gerade Eigentümern kleiner Waldflächen ermöglicht er eine professionelle Bewirtschaftung und damit eine Optimierung ihres wirtschaftlichen Ertrags. Darüber hinaus sieht sich der ausgebildete Forstwirt mit seinen 14 Mitarbeitern als Vermittler neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse an Waldbesitzer, denen er Impulse für nachhaltiges und generationsübergreifendes Wirtschaften geben will. Auch außerhalb seines Unternehmens gibt der Vater von drei Kindern und passionierte Marathonläufer Impulse für neue Entwicklungen. So gründete er unter anderem einen Waldkindergarten.

Marktscheune, Berghaupten bei Gengenbach

Wie kann es gelingen, junge Menschen für die Landwirtschaft zu begeistern und damit die einzigartige Kulturlandschaft des Schwarz-waldes zu erhalten? Die Antwort liegt für Ulrich Müller aus Gengenbach auf der Hand: Man muss den landwirtschaftlichen Betrieben die Möglichkeit verschaffen, eine bessere Wertschöpfung zu erzielen. So gründete der Landwirt 2011 als zusätzliches Standbein gemeinsam mit seiner Frau Brigitte die Marktscheune, in der er für 60 landwirtschaftliche Betriebe über 600 regionale Produkte vermarktet. Auf diese Weise erreichen alle gemeinsam neue Kundenkreise, die für jeden Einzelnen vorher nur schwer zu gewinnen waren. Die Käufer bezahlen für die regionalen Produkte gerne faire Preise, die auch den Erzeugern zugute-kommen und deren Fortbestand sichern. Wichtig sind ihm aber nicht nur die zusätzlichen Einnahmen. Er ist auch stolz darauf, 20 Vollzeit- und 32 Teilzeitkräften einen Arbeitsplatz zu bieten.

Nordstadthaus gGmbH, Heilbronn

Wenn in einem Markt die Nachfrage sehr viel größer als das Angebot ist, liegt es nahe, ein Unternehmen zu gründen. Jedenfalls war das für die Betriebswirtin Andrea Lässing ein guter Grund, 2011 Heilbronns erste Kindertagesstätte in freier Trägerschaft ins Leben zu rufen. Die allein erziehende Mutter von zwei Kindern betreut im Nordstadthaus mit 16 Mitarbeitern bis zu 70 Kinder von sechs Monaten bis zum Schuleintritt. Das Nordstadthaus mit seinen fünf Gruppen hat sich innerhalb kurzer Zeit etabliert. Die aktuelle Warteliste reicht bis 2016. Eine Erweiterung befindet sich bereits in der Planung. Neben den verschiedenen Altersgruppen sind vor allem die 16 verschiedenen Nationalitäten der Kinder und Eltern eine Herausforderung. Entsprechend arbeitet sie eng mit dem nahe gelegenen Bildungscampus zusammen.

Otto Kamp GmbH, Rudersberg

Was tun, wenn Trinkwasserrohre mit Schlamm verschmutzt oder mit Keimen belastet sind? Häufig ist der Austausch kostspielig oder aus baulichen Gründen gar nicht möglich. An dieser Problemstellung setzt die Otto Kamp GmbH in Rudersberg an und reinigt seit 1982 belastete Trinkwassersysteme. Im Laufe der Zeit wurden viele Patente angemeldet und das weltweit erste Technologiezentrum zur Trinkwassersystem-Erhaltung gegründet. 2011 übernahm Ivonne Luft, die Tochter des Gründers, das Unternehmen und setzte mit der Anmeldung weiterer Patente die innovative Strategie ihres Vaters fort. Dabei hilft ihr auch eine 2011 in Kraft getretene Verordnung, die von den Eigentümern größerer Wohneinheiten die regelmäßige Kontrolle des Trinkwassersystems fordert. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen aus dem Rems-Murr-Kreis 21 Mitarbeiter.

Rösterei Helder & Leeuwen, Mannheim

Seit 1978 lebt Enver Atalay in Deutschland. Anfang 2007 verwirklichte er hier seinen Lebenstraum: Er gründete die Kaffeerösterei Helder & Leeuwen. Damit ließ der Wirtschaftsjurist die alte Tradition der Mannheimer Stadtröstereien wieder aufleben. Mit dem Kaffee verbindet der in der Türkei geborene Gründer eine große Liebe: Er röstet ihn nicht einfach nur, vielmehr will er „die Sprache der Bohnen“ verstehen. Deshalb kennt er die Kaffeebohnen schon, bevor sie geerntet werden, und begleitet sie auf ihrem Weg von der Plantage bis zur schonenden Röstung. Seine Anbaupartner sind in einer Genossenschaft zusammen-geschlossen, die für Qualität und zugleich für hohe ethische, soziale und ökologische Standards steht.

S1nn GmbH & Co. KG, Stuttgart

Autofahrer verbringen viel Zeit in ihren Fahrzeugen und möchten sie daher auch für den Genuss von Musik, zum Telefonieren oder für Aktivitäten in den Sozialen Netzwerken nutzen – Tendenz steigend. Diesen Bedarf erkannten Philipp Popov, Andreas Heim, Michael Fabry und Heiko Henkelmann schon frühzeitig und gründeten 2004 in Stuttgart die S1nn GmbH. Ihr Vorhaben: als direkter Zulieferer von Automobil-herstellern Audiosysteme zu entwickeln und zu produzieren. Sie schafften dabei von „0 auf 100“ in zehn Jahren mehr als 100 Arbeitsplätze und erzielten 2013 einen Umsatz von 100 Millionen Euro. Mit ihrem Netzwerk mit den Entwicklungsabteilungen der Automobil-hersteller, der Universität Stuttgart und anderen technischen Hochschulen sowie spezialisierten Entwicklungs- und Fertigungspartnern verfolgen Sie große Ziele: Sie wollen das Internet ins Auto bringen und für die neue Generation der Elektrofahrzeuge einen speziellen „akustischen Fingerabdruck“ entwickeln.

SAS-TEC GmbH, Markgröningen

Schreiner wurde er, weil sein Vater einer war. Doch seine wahre Leidenschaft galt dem Zweirad. Und so fand Helmut Fadi über Stationen als Kurierfahrer oder Motorradtester seine Bestimmung schließlich als Unternehmer: 2004 gründete er zusammen mit Petra Weber in Markgröningen bei Ludwigsburg die SAS-TEC GmbH. Die Gründer starteten damit, Schutz-Systeme für Motorradfahrer und Risikosportler zu entwickeln und bei Partnerunternehmen produzieren zu lassen. Im Laufe der Jahre übertrugen die beiden ihr Know-how auch in andere Bereiche und fertigen unter anderem auch Schutzausrüstungen für Feuerwehren und Hüftprotektoren für Senioren. Die Kunden sind Großunternehmen, für die SAS-TEC neue Produkte entwickelt und die Serienproduktion organisiert. Das Unternehmen verwendet dabei exklusiv ein Material, das nicht aus Erdöl, sondern aus nachwachsenden Rohstoffen Rizinus- und Rapsöl besteht. Wichtige Erfolgsbausteine sind, so die Gründer, „Innovationsfreude und schwäbische Gründlichkeit“.

SDN Präzisionstechnik GmbH, Denkingen

Man hört sie unter Umständen einrasten, doch man sieht sie selten: federnde Druckstücke und Rastbolzen der SDN Präzisionstechnik GmbH, die weltweit in Geräten und Maschinen – zum Beispiel der Medizintechnik, der Luft- und Raumfahrt, im Automobilbereich und in der Elektrotechnik – ihre Anwendung finden. Das 2007 nach einer Übernahme gegründete Unternehmen aus Denkingen im Landkreis Tuttlingen hat sich auf die Entwicklung und Bereitstellung solcher Teile spezialisiert. Der gelernte Zerspanungsmechaniker Alexander Buschle beschäftigt mittlerweile 20 Mitarbeiter und engagiert sich in besonderer Weise für benachteiligte Menschen. In Kooperation mit der Lebenshilfe Rottweil arbeiten fünf Mitarbeiter mit Behinderungen im Unternehmen und haben damit nicht nur einen sicheren Arbeitsplatz. Sie sind, wie Buschle betont, bei den übrigen Mitarbeitern vollständig als Kollegen akzeptiert und ein wichtiger Teil der Belegschaft.

simpleshow GmbH, Stuttgart

Etwas erklären bringt viel, etwas zeigen aber noch viel mehr. Und so gründete Jens Schmelzle im Jahr 2008 in Stuttgart sein Unternehmen, das Erklär-Videos herstellt. Die Idee: Mit einfachen verbalen Erläuterungen und unterstützender Bildsprache Wissen unterhaltsam und zugleich einprägsam zu vermitteln. Für Kunden aus der ganzen Welt stellen die mittlerweile 120 Mitarbeiter Veränderungsprozesse, Unternehmensrichtlinien, Produktmerkmale, Schulungsinhalte und anderes mehr als Video dar. Dabei kommt dem gebürtigen Karlsruher zugute, dass er auch nach seinem Abschluss an der Hochschule der Medien in Stuttgart stets den Kontakt zur Wissenschaft gehalten hat: Das Unternehmen arbeitet mit mehreren Universitäten zusammen, um die jeweils neuesten medienpädagogischen Erkenntnisse für die Entwicklung immer besserer Erklär-Videos nutzen zu können.

VRI GmbH, Ellwangen

Eine klassische Übergabe innerhalb der Familie: 20 Jahre nach der Gründung übernahmen Volker und Ralf Isermeyer aus Ellwangen die VRI GmbH von ihren Eltern. Das Unternehmen sorgt mit der Entwicklung, dem Bau und der Einsatzplanung von Batteriesystemen dafür, dass Messgeräte – zum Beispiel in der Medizintechnik oder im Airbus 380 – zuverlässig unter Spannung bleiben. Dabei hat sich das Unternehmen mit seinen 40 Mitarbeitern vom Auftragsfertiger und Lieferanten zum Systemanbieter mit einem internationalen Netzwerk an Forschungseinrichtungen, Lieferanten und Kunden entwickelt. So beginnt ein typischer Auftrag schon mit der Beratung in der Entwicklungsphase. Die beiden Brüder blicken zuversichtlich in die Zukunft, nachdem die Folgen eines Brandes im Jahr 2013, bei dem alle Lager- und Produktionshallen vernichtet wurden, heute überstanden sind.

WEBO Werkzeugbau Oberschwaben GmbH, Amtzell bei Ravensburg

Als Technologielieferant beim Bau von Automatikgetrieben ist die WEBO Werkzeugbau Oberschwaben GmbH in Amtzell ein wichtiger Partner für die Zulieferer der Automobilindustrie – und das weltweit. Der Ingenieur und Betriebswirt Axel Nobert Wittig entwickelt seit 2008 mit seinem Team Technologien und Werkzeuge, mit denen Getriebe günstiger, flexibler und leichter hergestellt werden können. Besonders begehrt ist das Know-how des Unternehmens auch bei Hybridfahrzeugen, deren Automatikgetriebe mit Benzin- und Elektromotoren gleichermaßen harmonieren müssen. Bei den heute mehr als 65 Mitarbeitern ist besonders der Titel Mitarbeiter des Monats begehrt: Wer ihn trägt, darf einen Monat lang den firmeneigenen Porsche 912 Oldtimer fahren.

Downloads

  • Presseinformation: Landespreis 2014 Nominierung

    PDF (63 kB)